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Zur Bedeutung der Beruflichen Bildung in Zeiten der Transformation

  • vor 4 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit
Wie ist es um die berufliche Bildung in Deutschland bestellt, um die sie die ganze Welt beneidet?

Am 29. und 30. April 2026 hatten die Abteilungsleiterin Martina Sax und der Abteilungsleiter Süleyman Casper-Güleryüz die Gelegenheit, am „jakobb“ – dem Jahreskongress Berufliche Bildung – teilzunehmen, der erstmals bei der IHK in Berlin im Ludwig Erhard Haus stattfand. Mit dem aus Stuttgart bekannten und bewährten Konzept – einer Mischung aus Fachkongress, Fachmesse und Exkursionen – war die Veranstaltung auch in der Hauptstadt ein voller Erfolg.

Neben einer Vielzahl an Workshops, die sich schwerpunktmäßig mit Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz, der Individualisierung von Lernprozessen und den Möglichkeiten der Lernortkooperationen beschäftigten, konnte man sich bei Exkursionen in Ausbildungsbetrieben oder Berufsschulen und anderen Einrichtungen von Best Practices überzeugen.

Insbesondere die moderierten Gespräche und Interviews auf der Bühne, die Panels und die „Key Note“ prägten die Diskussionen auf dem diesjährigen Bildungskongress. Mit der Senatorin für Bildung, Jugend und Familie des Landes Berlin, Katharina Günther-Wünsch, dem Bildungs-Influencer, -Blogger und Sachbuchautor Bob Blume und dem Handballtrainer, Manager und Talententwickler Bob Hanning, war das Programm wieder prominent besetzt.

Hanning, der als einer der einflussreichsten Trainer und Funktionäre im internationalen Handballsport gilt (u.a. Deutscher Meister, Pokalsieger und Klubweltmeister mit den Füchsen Berlin, Europameister mit der deutschen Handballnationalmannschaft), besuchte als Kind ein Gymnasium, wo er mit Herausforderungen zu kämpfen hatte. Als sein Vater ihn damals fragte, was er werden wolle, antwortete er voller Überzeugung: „Bundesligatrainer“. Gemeinsam überlegten sie, wie das gelingen könnte. Hanning machte daraufhin eine Ausbildung im Einzelhandel und parallel seine Trainerscheine. Der Rest ist Geschichte. Hanning machte deutlich, wie wichtig Motivation, Identifikation und Ziele für den beruflichen und sportlichen Erfolg sind. Junge Menschen müssten aus der Komfortzone geholt werden, von dort, wo sie stünden. Ihnen müssten Wege aufgezeigt werden, die sich lohnen.

Auch Bob Blume unterstrich in seiner Keynote unter dem Titel „Real und relevant – Bildung zwischen den Lernorten“ u.a. die Bedeutung der Zweck-, Ziel- und Sinnorientierung. In einer Welt, in der sich Gesellschaft, Arbeitswelt und Technologien rasant verändern, müsse Bildung nicht nur formal vermittelt werden, sondern echte Relevanz schaffen und Handlungskompetenzen für die Zukunft vermitteln. Hierzu gehörten die sogenannten Zukunftskompetenzen, wie Flexibilität, Kreativität und Eigenmotivation, die derzeit unter vielfachen Akronymen und Modellen angepriesen würden. Schließlich müssten junge Menschen auf Arbeitsplätze vorbereitet werden, die noch gar nicht existierten. In seinem Plädoyer sprach sich Blume dafür aus, die berufliche Bildung – auch als „reale und relevante“ Alternative zu akademischen Bildungswegen – sichtbarer zu machen.

In der Paneldiskussion mit dem Titel „Ausbildung im Wandel: Herausforderungen und Lösungsstrategien für alle Stakeholder“, an der verschiedene Ausbildungsverantwortliche teilnahmen, wurde die Eingangsfrage schließlich umfassend beantwortet: Die duale Berufsausbildung ist nach wie vor ein Erfolgsmodell und dort, wo Auszubildende mit ihren individuellen Sorgen, Wünschen, Interessen und Stärken gesehen, unterstützt und gefördert werden, dort, wo es „menschelt“, ist die Wahrscheinlichkeit am größten, dass nicht nur der erfolgreiche Abschluss gelingt, sondern auch die dringend benötigten Fachkräfte von Morgen an die Ausbildungsbetriebe gebunden werden können.


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